Frauenarztpraxis Dr. E. Renner
TeL: 0821 - 35 750

CMV (= Cytomegalie Virus)

Bei einer Erstinfektion mit CMV in der Schwangerschaft wird bei ca. 40% der Schwangeren auch das ungeborene Kind angesteckt. Schwere Schädigungen des Kindes sind vor allem bei einer Infektion um die Empfängnis bis hin zur 20. SSW zu erwarten. Bei 10 - 15% der bei der Geburt unauffälligen, aber chronisch infizierten Kindern kann es zu sog. Spätmanifestationen kommen - meist Hörverlust im 1. - 7. Lebensjahr.
Bei einer Reinfektion in der Schwangerschaft ist die Gefahr für das Ungeborene deutlich geringer (1,2%Infektionen bzw. Spätmanifestationen bei 5-8% der Infizierten).

CMV-Infektionen verlaufen größstenteils ohne spezifische Symptome, daher kann eine Infektion oft nur durch Blutkontrollen festgestellt werden.
Zur Vermeidung einer Infektion sollte man sich vor allem an folgende Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Kindern unter 3 Jahren halten:

  • Vermeidung von Kontakt mit Urin und Speichel der Kinder: d.h. häufiges Händewasche, Windelwechseln mit Handschuhen und Vermeidung von Mundküssen

Eine standardisierte Therapie bei einer CMV-Infektion gibt es bisher noch nicht, aber die Behandlung mit Hyperimmunglobulin kann eventuell eine Übertragung auf das ungeborene Kind verhindern, wenn es möglichst bald nach der Infektion gegeben wird. Hierzu werden z. Zt. Studien durchgeführt.

Windpocken (= Varicellen)

sehr infektiös, Tröpfcheninfektion (Übertragung von Mensch zu Mensch), Ansteckungsgefahr bereits vor dem Auftreten von Pusteln.

Wer bereits einmal an Windpocken erkrankt war, ist gegen eine erneute Infektion geschützt. Falls Sie eine Schwangerschaft planen und noch nicht an Windpocken erkrankt waren, können Sie sich vor einer Schwangerschaft impfen lassen. Eine Impfung während der Schwangerschaft ist nicht möglich.

Eine Infektion in der 1. Schwangerschaftshälfte (bis etwa zur 23. SSW) kann zu einem sog. kongenitalen Varizellen-Syndrom (Hautnarben, Gliedmaßenveränderungen, geringes Geburtsgewicht, Lähmungen...) führen. Dieses Syndrom kommt bei 1-2% der erkrankten Schwangeren vor. Gefährlich ist eine Windpockeninfektion auch kurz vor der Geburt, da sich das Kind bei der Geburt anstecken kann. Eine neonatale Windpockeninfektion kann lebensgefährlich sein.

Wenn Sie keinen Schutz haben und Kontakt mit Windpocken-Erkrankten hatten, kann die Gabe von Immunglobulinen eine Infektion verhindern.

ZurückWeiter